Heute war also der zweite Schultag und man merkte schon, dass man hier keine großartige Schonfrist erwarten darf. Ausgeruht ging es um halb 11 zur Sprechtechnik. Hier gab es zwar die altbekannte Vorstellungsrunde, aber danach wurden erstmal die Aussprachfehler von allen Schülern analysiert. Jeder durfte ein Stück von dem Text " Der rote Tod" vorlesen, wobei niemand wirklich den Inhalt des Textes verstand, aber wirklich niemand konnte ihn richtig lesen.
Du hast Probleme mit d-t und g-k, du verschluckst Endungen, dein ch ist zu hart und du hast einen S-Fehler.
Ich spreche anscheinend zu weit hinten, was immer das heißen mag und verschlucke ganz gerne mal das Ende von einem Wort. Die Leute aus Stuttgart oder Bayern hatten natürlich noch mehr zu kämpfen, aber wir sind ja alle da um zu lernen.
Etwas aufgeregt ging es danach zum Ballett, vor dem alle etwas Bammel hatten, denn Ballett ist echt hart und kann durch den Lehrer noch ne ganze Ecke strenger werden. Streng ist auf jeden Fall der strickte Dresscode, null Schmuck und ordentlich Haare. Unsere Erscheinung und Leistungen müssen schließlich dem englischen Standart entsprechen.
Carina machte auch eine fixe Vorstellungsrunde und dann ging es ab an die Stange.
Demi pliés, Armhaltungen, Auswärtsstellung, Tendus. Selbst mit den Basics brachte sie uns schon ziemlich ins Schwitzen und überall wurde direkt korrigiert. "Wir haben einiges zu tun", oh man, der Kurs wird bestimmt kein Zuckerschlecken.
In meiner Pause machte ich einen Zwischenstopp im Ballettladen und holte noch mein Trikot und Schläppchen ab, konnte aber nicht den Steppschuhen nicht komplett entsagen und musste wenigstens mal kurz damit durch den Shop klackern.
Auf Liedinterpratation hatte ich mich schon total gefreut, allerdings wurde die Freude von der Tatsache gedämpft, dass alle vorsingen mussten. Ich, als unerfahrene Sängerin, musste meinen ganzen Mut sammeln, aber da wir ja alle im selben Boot sitzen.... Umso besser fühlte ich mich dann, als ich meine Version von "Chicitita" einigermaßen vorgetragen hatte und in ein paar lächelnde Gesichter blicken konnte. Bei den Stimmen gab es schon einige Levelunterschiede, aber wir interpretieren ja Songs und singen keine Oper.
Um 6Uhr kam ich dann nach einem langen Tag zu Hause an, musste aber noch unbedingt einkaufen. Also kurz was futtern, Jacke, ab zum Edeka. Dort füllte ich meinen Wagen mit super leckeren und gesunden Sachen (ja Mama ich esse auch Gemüse) und wurde auf dem Rückweg noch von ein paar verlorenen Russen angequatscht, die leider keine Ahnung von Busfahrplänen hatten. Versucht ihr mal drei Russen, wo denen einer angetrunken war, zu erklären, dass morgens um 5Uhr kein Bus fährt, herzlichen Glückwunsch!!!
Jetzt sitze ich im Bett, hab meine Portion Nudeln verputzt und knabber noch Gurke und Möhre, um morgen wieder fit für Methodik, Jazz und Repetory zu sein.
Habt einen schönen Abend und alles Liebe,
Katrin
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